Zum Inhalt springen
35  Das Burgdorfer Stadion in den 1930er Jahren

Fr, 22. Mai. 2026

|

Zeitreise

Angepinnter Beitrag

Das Burgdorfer Stadion

Im 21. Teil der "Zeitreise" richten wir den Blick auf die Geschichte des Burgdorfer Stadions
in der Sorgenser Straße.

35  Das Burgdorfer Stadion in den 1930er Jahren

In der März-Sitzung der städtischen Kollegien im Jahr 1930 kommt es zu einem Mehrheitsbeschluss für den Bau eines Stadionsportplatzes am Celler Tor. Gartenarchitekt Langerhans, Hannover, erhält den Auftrag, mit der Planung zu beginnen. Vorgesehen sind ein Platz für Fuß- und Handball, ein Faustballplatz und ein weiterer Platz für Kinderspiele. Das große Ballspielfeld soll von einer 400 Meter langen Aschenbahn umgeben werden. Außerdem sind mehrere Sprunggruben geplant.

Entlang der Sorgenser Straße entsteht auf einer Erdaufschüttung eine Zuschauertribüne mit Sitz- und Stehplätzen. Die gesamte Anlage wird von Baumreihen umrahmt. Grünanlagen mit Ziersträuchern und Ruhebänken runden das Bild ab.

Um Kosten zu sparen sollen die Erdarbeiten unter Leitung von Stadtgärtner Wotschke durch Wohlfahrtserwerbslose ausgeführt werden. Bei diesen Personen handelt es sich um Arbeitslose, die keine Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung haben und deshalb von der Stadt unterstützt werden müssen. Sie sind verpflichtet, für die Stadt zu arbeiten.

Die Einweihung des neuen Städtische Sportplatzes zwischen den Straßen Vor dem Celler Tor, Im Langen Mühlenfeld und Sorgenser Straße gelegen, findet am Sonntag, 7. August 1932, statt. Die mit den Reichsjugendwettkämpfen verbundene Feier verläuft einfach, aber würdig. Kurz nach 13.00 Uhr ziehen die Vereine, begleitet von der Feuerwehrkapelle, in den neuen Sportpark ein. Eine wirklich schöne und großzügige Anlage bietet sich dar. Bürgermeister Stange ergreift als erster das Wort und weiht den neuen Sportplatz ein. Er gedenkt der Gefallenen des SV Viktoria von 1907 e.V., dessen Ehrenmal im neuen Sportpark einen schönen Standort gefunden hat. Anschließend spricht Alfred Oehme im Namen des Ortsausschusses für Jugendpflege. Er dankt dem Magistrat und allen, die diesen Platz mit geschaffen haben. Handball, Fußball und Leichtathletik, ausgeführt von Viktoria, Freier Turnerschaft und Männerturnverein, füllen den Rest des Nachmittags aus.

Der neue Sportplatz trägt in dieser Zeit überwiegend die Bezeichung "Sportpark". Der heute gebräuchliche Begriff „Stadion“ taucht nur in einer Zeichnung des Gartenarchitekten Langerhans und gelegentlich in Veranstaltungshinweisen auf.

Kreisparteitag Aust 1938, Aufmarsch im Stadion

Da die Nationalsozialisten das Stadion häufig als Aufmarschgelände nutzen, befindet es sich schon 1936 in einem schlechtem Zustand. Die Kampfbahn soll deshalb erneuert werden. Hinter dem Stadion will die Stadt weitere Plätze für den Sport- und Exerzierbetrieb schaffen.

Tribünenbau im Stadion 1936

Neue Tribüne im Jahr 1936

Eine massive Tribüne im Stadion, die auch Umkleideräume enthält, kann in der letzten Juni-Woche 1936 errichtet werden. Schon Mitte Juli ist sie fertig gestellt. Anlässlich des bevorstehenden Kreistreffens der NSDAP ist der Sportpark erweitert und verschönert. Dort, wo sich später das Restaurant am Stadion (heute: Veranstaltungszentrum StadtHaus) befindet, ist ein Spielplatz für die Schulen geschaffen. Ein weiterer Übungs- und Spielplatz ist zwischen der neuen Tribüne und dem Langen Mühlenfeld. Heute steht dort die Prinzhornschule.

1937 Sportdarbietungen 1937

Sportdarbietungen im Stadion 1937

Mit dem Kriegsende und dem Untergang der nationalistishen Herrschaft endet auch die
Nutzung des Stadion als Mittelpunkt unzähliger Aufmärsche in den vergangenen Jahren und der normale Sportbetrieb hält wieder Einzug.

Im Stadion lässt die Stadt 1949 das Podium der Tribüne entfernen und die Anlage überholen. Zwei Tore und Kassenhäuschen sichern künftig den Zugang zum Sportgelände. Für die in diesem Jahr erstmals im Stadion stattfindenden Radrennen werden die Kurven verbessert.

Am 16. und 17. Juli 1950 findet im Stadion die 1. Kreispferdeleistungsschau des Kreisverbandes Burgdorf der Ländlichen Reit- und Fahrvereine statt. Sie besteht aus einer Material-, Zucht-, Eignungs-, Dressur- und Vielseitigkeitsprüfung. Im Jagdspringen gewinnt den Großen Preis der Stadt Burgdorf der Reiter Stollberg aus Hannover. Am Sonntagnachmittag füllen 8.000 Besucher das Stadion.

2. Kreispferdeleistungsschau 1951

Kreispferdeleistungsschau 1951 (Helga Köhler erhält aus der Hand von Herzog Ernst August von Hannover und seiner Ehefrau Prinzessin Viktoria Luise von Hohenzollern (einzige Tochter von Kaiser Wilhelm II.) einen silbernen Ehrenpreis aus dem Welfenschatz


In Burgdorf fehlt ein Festsaal für größere Veranstaltungen. Die Stadt entschließt sich deshalb im Jahr 1951, an der Sorgenser Straße hinter dem Stadion eine Festhalle mit anschließender Gaststätte aus einer demontierten Fahrzeughalle und einer Offiziersbaracke der früheren Feuerschutzpolizei zu errichten. Das Stadtbauamt genehmigt die von Stadtbauinspektor Gustav Ehsmann gefertigten Pläne. Schon am 9. Mai 1951 veranstaltet die Boxstaffel der TSV Burgdorf in der noch nicht restlos fertig gestellten Halle einen Boxwettkampf.

Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer (81) besucht am Sonntag, 11. August 1957, Burgdorf. Der Bundestagsabgeordnete Adolf Cillien (CDU), der vor dem Krieg Superintendent in Burgdorf war, begleitet ihn. Adenauer nimmt zunächst an der Messe in der St.-Nikolaus-Kirche teil. Anschließend spricht er im gegenüberliegenden Stadion zu den Heiligenbeilern, die an diesem Wochenende zu ihrem Bundestreffen in der Patenstadt Burgdorf zusammengekommen sind. Im Rathaus trägt er sich in das neue „Goldene Buch“ ein.

Foto 2 - Adenauer im Stadion

1849 gründen von den Ideen des Turnvaters Jahn begeisterte junge Burgdorfer den Männerturnverein. Aus diesem Anlass veranstaltet die Turnabteilung der TSV am 13. September 1959 im Stadion ein Sportfest. Vorsitzender Theodor Niemeyer begrüßt viele Gäste. Der Querschnitt durch den Turnbetrieb, den die Turnerinnen und Turner zeigen, soll keine Schau hoher Leistungen, sondern ein getreues Bild der Breitenarbeit, die schließlich auch in einer Leistung endet, sein. Die meisterliche Regie von Richard Höper garantiert den Erfolg der Darbietungen

Das mittlerweile zum wichtigsten Austragungsort von Burgdorfer Fußballspielen avancierte Stadion verzeichnet am 2. August 1967 einen Rekordbesuch von etwa 2.500 Zuschauern. Die Bundesligamannschaft von Hannover 96 tritt in einem Freundschaftsspiel gegen die Fußballer der TSV Burgdorf an. 40 Minuten lang können die Burgdorfer das 0:0 halten. Dann kann Skoblar seinen Bewacher Stegen abschütteln und das 1:0 für die Gäste markieren. Zwei Minuten später erzielt Bandura das 2:0. Weitere Tore für die 96er schießen in der 2. Halbzeit Straschitz, Rodekamp und Breuer. Auch wenn die Bundesligisten auf dem Burgdorfer Rasen nicht alles zeigen, was sie können, kommen die Zuschauer auf ihre Kosten.

Schlagwörter

Anzeigen

Beitrag teilen

Bei WhatsApp teilen

Sie verlassen nun den Redaktions- und Verantwortungsbereich des Stadtmarketing Burgdorf e.V.

Mit dem Klick auf den Button "Zur externen Seite" werden Sie auf die gewünschte Seite weitergeleitet. Wir übernehmen keinerlei Verantwortung für den Inhalt der externen Seite.

Um auf die Seite zu gelangen, klicken Sie bitte den untenstehenden Link.

Externe URL: