Di, 16. Jun. 2026
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Zeitreise
Angepinnter BeitragStadtmuseum Burgdorf
Der 23. Teil der "Zeitreise" stellt die Geschichte des Stadtmuseums Burgdorf in den Mittelpunkt.
Der Bau des Ackerbürgerhauses in der Schmiedestraße 6, in dem das Stadtmuseum untergebracht ist, lässt sich nur ungefähr auf die Zeit zwischen 1632 und 1658 eingrenzen. Als erster bekannter Besitzer des Hauses konnte Curdt Plaß identifiziert werden. Er ist erstmalig 1683 nachweisbar, als er 1,5 Morgen Feldland kauft. Aus einer Eintragung in den Hausbüchern der Stadt Burgdorf geht hervor, dass er das Haus erworben hat.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bleibt das Haus im Besitz seiner Nachfahren. Als der letzte Erbe der Familie Plaß kinderlos verstirbt, kauft die Strumpfwirkerfamilie Bissing das Gebäude um das Jahr 1800. Es bleibt von der großen Brandkatastrophe des Jahres 1809 verschont. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nehmen die Bissings umfangreiche Um- und Ausbauten vor. Die Inschrift über dem Torbogen stammt aus dieser Zeit.
Umwandlung in eine Stellmacherwerkstatt
Der 1828 geborene und als Fuhrmann tätige Fritz Bissing ist der letzte Hausbesitzer dieses Namens. Im Alter von 70 Jahren verkauft er das Haus 1898 an den Stellmachermeister Adolf Menke, der Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt.
Zu dieser Zeit verläuft hinter dem Grundstück noch der offene Wallgraben. Er sorgt seit langem für Unmut, da sich in ihm nicht nur Regenwasser sammelt, sondern auch Abwasser. Erst 1904 führt die Stadt die Verschließung des Wallgrabens durch. Im folgenden Jahr setzt sich Adolf Menke in einem Leserbrief im Burgdorfer Kreisblatt dafür ein, dass den Anliegern eine Zufahrtsmöglichkeit zu ihren Grundstücken über den Wall erhalten bleibt.

Die Stellmacherwerkstatt Menke in den 1930er Jahren
Letzter Besitzer verkauft das Haus an die Stadt
Durch Zusammenlegung der Gesellenkrankenkassen I und II bildet sich 1912 die Vereinigte Gesellenkrankenkasse Burgdorf. Die Position des nebenamtlichen Rechnungsführers übernimmt Adolf Menke. Die Geschäftsstelle der Krankenkasse befindet sich seit dem 1. April 1912 in der Schmiedestraße 6 im Haus Menke.
Bis in die Mitte der 1960er Jahre übt Arthur Menke das Stellmacherhandwerk aus. Danach ist er nur noch gelegentlich in seinem aussterbenden Beruf tätig. Anfang der 1980er Jahre verkauft die Familie Menke das Haus an die Stadt Burgdorf, die es für die zukünftige Nutzung als Stadtmuseum sanieren lässt.
Die Renovierungsarbeiten beginnen am 4. Oktober 1982. Rund 1,5 Millionen Mark sind notwendig, um das Haus zu renovieren und für Museumszwecke herzurichten. Die Stadt Burgdorf muss nur ein Drittel dieser Kosten tragen. Der Rest setzt sich aus Zuschüssen von Bund und Land zusammen. Die anstehenden Arbeiten laufen im Rahmen der Altstadtsanierung. Die ursprüngliche Struktur des Gebäudes bleibt während der 13 Monate dauernden Umbauarbeiten erhalten.

Start der Renovierungsarbeiten im Stadtmuseum
Eröffnung des Stadtmuseums im Dezember 1983
Im Rahmen eines Festaktes eröffnet Bürgermeister Hans-Jürgen Huth das neue Burgdorfer Stadtmuseum am Freitag, 9. Dezember 1983. Das Stadtmuseum Burgdorf hat sich seitdem zu einem musealen und kulturellen Zentrum der Stadt Burgdorf entwickelt. Die präsentierten Ausstellungen und Veranstaltungen genießen einen hervorragenden Ruf und finden auch überregional große Beachtung. Pro Jahr kommen tausende Besucher in das Museum. Im Mittelpunkt des Angebotes stehen in regelmäßigen Abständen wechselnde Ausstellungen stadt- und kulturgeschichtlichen Inhalts, die sich durch eine große Bandbreite auszeichnen und Besuchergruppen aller Altersklassen anziehen.

Konzert im Stadtmuseum 1990

NDR-Fernsehen im Stadtmuseum 2000

Außenansicht des Stadtmuseums
Aktuell ist im Stadtmuseum die Ausstellung "Ein Jahrzehnt im Umbruch - die 70er Jahre" zu sehen. Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr.