Sa, 01. Aug. 2026
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Zeitreise
Angepinnter BeitragDie Fünf-Flügel-Windmühle
Im heutigen 24. Teil der "Zeitreise" geht es um die ehemalige Fünf-Flügel-Windmühle.
Das Amt Burgdorf schlug 1843 der Königlichen Regierung in Hannover vor, eine große Holländermühle mit vier Mahlgängen in Burgdorf vor dem Celler Tor zu errichten. Vier Jahre später baute der Mühlenbaumeister Sprengel aus Lüneburg die gewünschte Mühle mit einem damals ungewöhnlichen Antrieb von fünf Flügeln. Sie sollten die Leistungsfähigkeit der Mahlwerke erhöhen. Alte Burgdorfer erzählten allerdings noch viele Jahre später, König Ernst August von Hannover solle bei der Baugenehmigung gesagt haben: „Ich will meinen lieben Burgdorfern eine Mühle mit fünf Flügeln bauen, weil ein gesunder Mensch auch fünf Sinne hat.“
Die Flügel erhielten Jalousie-Klappen. Die Mühlenkappe und die Außenwände waren mit Schieferplatten gedeckt. Die Gesamthöhe der Mühle betrug bei aufrecht stehenden Flügeln 26 Meter. Nach verschiedenen Pächtern übernahm 1883 der Müller Gustav Grabe die Fünfflügelmühle. Einige Jahre später löste er den Erbzins ab. Er war nun Eigentümer. Die Fünfflügelmühle war das Wahrzeichen der Stadt Burgdorf. Ihr Bild schmückte neben dem Turm von St. Pankratius bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs die Lokalseite des Burgdorfer Kreisblatts.

Fünf-Flügel-Mühle 1939
Bis 1942 gehörte die Fünf-Flügel-Mühle der Familie Grabe. Nach dem Tod des letzten Müllers verkauften die Erben das Anwesen an den Kaufmann Willy Peters, Inhaber der Burgdorfer Obstverwertungsindustrie an der Friederikenstraße. Von 1948 bis 1954 pachtete die EGENA, die Bäcker-Einkaufsgenossenschaft Niedersachsen, die Mühle. Danach fand sich kein Müller mehr, der die Mühle weiter betreiben wollte. Die Konkurrenz der großen Motormühlen war übermächtig. Der Verfall begann. Im Herbst 1958 beschädigte ein Sturm die Windrose. Nur wenige Wochen später fiel sie herunter. Die Jalousie-Klappen der Flügel brachen ab. In den sechziger Jahren mussten die Flügel abgesägt werden. Sie gefährdeten die benachbarten Wohnhäuser. Alle Versuche, die unter Denkmalsschutz stehende Mühle zu erhalten und als Café, Jugendherberge oder als Heimatmuseum zu nutzen, scheiterten. Die erforderlichen Mittel konnte weder die Stadt Burgdorf noch der Besitzer aufbringen. Am 12. Januar 1970 begann der endgültige Abbruch. Die alte Mühle wich neuen Wohnhäusern. Burgdorf verlor eines seiner heimatkundlichen Zeugnisse.

Fünf-Flügel-Mühle 1969