Mo, 09. Mär. 2026
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Angepinnter BeitragKlimatreff im VVV wirft Blick hinter die Kulissen: Besuch bei den Servicebetrieben Bauhof Burgdorf und in der Kläranlage
Exkursion zu moderner kommunaler Energietechnik
Ein Blick hinter die Kulissen moderner kommunaler Energietechnik stand im Mittelpunkt einer Exkursion des Klimatreffs im VVV. Rund 30 Teilnehmende besuchten vor kurzem die neuen Servicebetriebe Bauhof Burgdorf und die benachbarte Kläranlage am östlichen Stadtrand von Burgdorf.
Auf einem rund 24.500 Quadratmeter großen Gelände sind beide Einrichtungen technisch und energetisch miteinander verbunden. Mit dem Neubau des Bauhofservicebetriebs führte die Stadt die zuvor an zwei Standorten untergebrachten Straßen- und Gärtnerbauhöfe zusammen und schuf damit zugleich zahlreiche Synergieeffekte.
Einblick in die Arbeit der Kläranlage
Ziel des Besuchs war es, den Mitgliedern des Klimatreffs und interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die am Standort eingesetzten energetischen Technologien zu ermöglichen. Zudem bot sich die Gelegenheit, mehr über die Arbeit der Burgdorfer Kläranlage zu erfahren, die täglich mehr als 4.000 Kubikmeter Schmutzwasser reinigt. Das gereinigte Wasser erreicht dabei einen Reinigungsgrad von rund 99 Prozent und fließt anschließend – mit noch vorhandener Wärmeenergie – in die Aue ab.
Volker Krüger, Klimaschutzmanager der Stadt Burgdorf, und der Teamleiter Henning Horn aus dem Bereich Grünflächen begrüßten die Gäste. Zu Beginn erläuterte Krüger in einem Vortrag die Funktionsweise des energetischen Verbundes zwischen Kläranlage und Bauhofservicebetrieb. Anschließend folgte eine Besichtigung der Anlagen vor Ort.
Innovatives Energiekonzept als Vorzeigeprojekt
Dabei zeigte sich, dass die Stadt Burgdorf neue Wege in der Energieversorgung kommunaler Infrastruktur beschreitet. Kläranlagen gelten traditionell als sehr energieintensiv, da die Abwasserreinigung einen hohen Strombedarf verursacht und gleichzeitig klimaschädliche Gase wie Methan oder Lachgas entstehen können. In Burgdorf verfolgt man deshalb ein alternatives Konzept: Diese Gase werden aufgefangen und in einem Blockheizkraftwerk energetisch genutzt. Die entstehende Abwärme kommt beiden Betriebsstätten zugute.
Den dafür benötigten Strom erzeugt unter anderem eine Photovoltaikanlage. Der vor Ort vom Bauhofservicebetrieb produzierte Strom übersteigt dabei sogar den eigenen Bedarf. Eine aus Baumschnittmaterial aus dem Stadtgebiet gespeiste Holzhackschnitzelanlage ergänzt das System. Das Holz unterläuft zunächst einem Zerkleinerungs- und Trocknungsprozess und kann anschließend als Brennstoff für die Heizungsanlage genutzt werden.
Synergien durch gemeinsame Infrastruktur
Darüber hinaus entstehen durch die räumliche Zusammenführung der Einrichtungen weitere Vorteile. So profitieren beide Standorte von gemeinsamen Büro- und Sozialräumen, Werkstätten, Lagerflächen und Fahrzeughallen. Auch Außenanlagen wie Lagerplätze, Stellflächen, Waschplätze oder Salzsilos werden gemeinsam genutzt.
Die Vorteile dieses energetischen Verbundsystems sind deutlich erkennbar: Beide Betriebsstätten arbeiten weitgehend energieautark. Das innovative Konzept hat auch über Burgdorf hinaus Aufmerksamkeit erregt. Zahlreiche Kommunen haben sich bereits vor Ort über die Anlage informiert, um Anregungen für eigene Projekte zu erhalten.
Perspektiven für die Zukunft
Für die Zukunft ist zudem geplant, den Fuhrpark schrittweise auf Elektromobilität umzustellen und eine entsprechende Ladeinfrastruktur auf dem Gelände aufzubauen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Hersteller geeignete batterieelektrische Nutzfahrzeuge und Maschinen entwickeln, die den Anforderungen des täglichen Betriebs gerecht werden.
Zum Abschluss der Besichtigung bedankte sich der VVV-Arbeitskreis Klimatreff bei der Stadt Burgdorf für die Möglichkeit, die Anlagen kennenzulernen und einen Einblick in diese zukunftsweisende Technologie zu erhalten.
