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Foto 1 Elektrizitätswerk 1895

Di, 22. Sep. 2026

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News - BurgdorfERleben

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„Vom Wiener Kongress bis zum 1. Weltkrieg“

Letzter Teil der Ausstellungsreihe „Unsere Stadt — unsere Geschichte“

Foto 1 Elektrizitätswerk 1895

Burgdorfer Elektrizitätswerk 1895


Mit dem dritten und letzten Teil der Ausstellungsreihe „Unsere Stadt – unsere Geschichte“ laden der VVV, Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf zu einer spannenden Zeitreise durch ein Jahrhundert voller politischer, gesellschaftlicher und technischer Umbrüche ein. Unter dem Titel „Vom Wiener Kongress bis zum 1. Weltkrieg“ ist die Ausstellung vom 27. September bis 15. November 2026 sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr in der KulturWerkStadt (Poststraße 2) zu sehen. Fördernde Unterstützung kommt von der Region Hannover und der Sparkasse Hannover. Für die Zusammenstellung und Organisation sind Christel Hoffmann-Pilgrim, Anke Gehrke, Erika Flocke, Heidi Rust, Martin Schlehuber, Silvia Schwentke und Burkhard Wolters verantwortlich. Die Eröffnung findet am Samstag, 26. September, um 11.00 Uhr statt. Bürgermeister Armin Pollehn führt in die Ausstellung ein. Die Pianistin Maria Bychkova übernimmt die musikalischen Zwischeneinlagen. Zu der Ausstellung ist ein Führer (Schutzgebühr: 5 €) in der KulturWerkStadt und bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Str. 2, erhältlich.

Neue staatliche Strukturen

Der Ausgangspunkt der Ausstellung liegt beim Wiener Kongress von 1814/1815. Nach den langen und immer wiederkehrenden Kriegen der napoleonischen Epoche versuchen die europäischen Mächte, dem Kontinent eine neue politische Ordnung zu geben. Die Ausstellung zeigt, wie aus einer von zahlreichen Fürstentümern, Königreichen und Territorien geprägten politischen Landschaft allmählich neue staatliche Strukturen entstehen.

Erhebung zum Königreich

Auch das Königreich Hannover, zu dem Burgdorf nun gehört, nimmt in diesem Geschehen eine besondere Stellung ein. Hannover erfährt 1814 die Erhebung zum Königreich und erhält mit Georg III. einen König, der zugleich britischer Monarch ist. Die Besucher begegnen anschließend den hannoverschen Königen Georg IV., Wilhelm IV., Ernst August I. und Georg V. und erfahren, wie eng die Geschichte Hannovers mit den politischen Entwicklungen in Deutschland verbunden ist.

Dabei beleuchtet die Ausstellung auch die Spannungen zwischen monarchischer Herrschaft und dem zunehmenden Wunsch nach politischen Rechten. Die Göttinger Sieben, die 1837 gegen die Aufhebung der liberalen hannoverschen Verfassung protestieren, stehen beispielhaft für die Auseinandersetzung um Verfassung, Freiheit und politische Mitbestimmung. Die Revolution von 1848/49 markiert einen weiteren entscheidenden Einschnitt. Forderungen nach Freiheit, Bürgerrechten und einer politischen Neuordnung bestimmen diese bewegte Epoche.

1852 erhält Burgdorf eine eigenständige kommunale Struktur: Am 5. Oktober beschließen der Magistrat, die Bürgerdeputierten und sieben Vertrauensleute ein neues Ortsstatut. Damit untersteht die Stadt nicht mehr dem Amt Burgdorf, das fortan nur noch für die umliegenden Dörfer zuständig ist.

Vom Deutschen Bund zum Deutschen Kaiserreich

Die politische Landkarte verändert sich im Laufe des Jahrhunderts grundlegend. Der Deutsche Bund kann die unterschiedlichen Interessen seiner Mitgliedsstaaten nur begrenzt zusammenführen. Der Machtkampf zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft in Deutschland führt schließlich zum Deutschen Krieg von 1866. Für Burgdorf hat diese Entwicklung unmittelbare Folgen: Nach der Niederlage Hannovers annektiert der preußische Staat das Königreich und der letzte regierende König Georg V. flieht ins Exil nach Österreich. Burgdorf gehört nun zur preußischen Provinz Hannover. Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 beginnt eine neue Epoche. Nationalismus, Wettrüsten und die politischen Spannungen zwischen den europäischen Großmächten prägen die nachfolgenden Jahre bis 1914.

Ausbruch des 1. Weltkrieges

Das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914, dem der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz-Ferdinand und seine Frau Sophie zum Opfer fallen, setzt schließlich eine verhängnisvolle Entwicklung in Gang. Die Ausstellung zeigt, wie aus der europäischen Krise innerhalb weniger Wochen ein großer Krieg entsteht. Auch Burgdorf bleibt davon nicht unberührt. Mit der Mobilmachung im Sommer 1914 verändert sich der Alltag der Stadt. Zahlreiche Männer werden eingezogen, wirtschaftliche Einschränkungen machen sich bemerkbar und der Krieg entwickelt sich für die nächsten Jahre zum bestimmenden Thema.

Industrie und Gewerbe verändern das Gesicht der Stadt

Das 19. Jahrhundert ist zugleich das Jahrhundert der Industrialisierung. Auch in Burgdorf entstehen neue Unternehmen und Produktionsstätten. Die Ausstellung widmet sich deshalb verschiedenen Betrieben und Gewerbezweigen, die über Jahrzehnte das wirtschaftliche Leben der Stadt prägten. Die Silberwarenfabrik steht dabei ebenso für die industrielle Entwicklung wie die Burgdorfer Nudeln- und Maccaroni-Fabrik oder die Stärkefabrikation. Hinzu kommen Unternehmen wie die Molkerei, die Waagenfabrik Henckel und die Möbelfabrik Vollmer. Auch kleinere Handwerks- und Handelsbetriebe gehören zur Geschichte dieser Entwicklung. Den Höhepunkt dieses Transformationsprozesses bildet 1892 die Gründung der Burgdorfer Konservenfabrik.

Die Eisenbahn bringt eine neue Zeit nach Burgdorf

Zu den sichtbarsten Zeichen des technischen Fortschritts gehört die Eisenbahn. Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes rückt Burgdorf näher an andere Städte und Wirtschaftsräume heran. Die Ausstellung schildert die Diskussionen um die Bahnstrecke zwischen Hannover und Celle ebenso wie deren tatsächliche Entwicklung in den Jahren 1843 und 1844, den Halt des ersten Zuges 1845 und die Bedeutung des 1850 eingeweihten Burgdorfer Bahnhofs.

Mit der Eisenbahn verändern sich Reisegewohnheiten, Warenverkehr und wirtschaftliche Möglichkeiten. Burgdorf entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Später kommen weitere technische Neuerungen hinzu: 1898 taucht das erste Automobil in Burgdorf auf, und schon wenige Jahre später gehören Kraftfahrzeuge, Führerschein und Verkehrszeichen zu den neuen Erscheinungen des städtischen Alltags. Damit hält die Moderne buchstäblich Einzug auf Burgdorfs Straßen.

Burgdorfer Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts

Der Fokus der Ausstellung richtet sich auf Menschen, die weit über ihre Stadt hinaus Bedeutung erlangten. Dazu gehören beispielsweise der 1849 in Burgdorf geborene Maler Heinrich Breling, der später als Hofmaler in München tätig war, sowie Carl von Brandis, der 1827 in Burgdorf zur Welt kam, als Offizier nach Südafrika ging und dort als erster Landdrost maßgeblich an der frühen Entwicklung Johannesburgs beteiligt war.

Auch Carl Sprengel zählt zu den Persönlichkeiten, die mit Burgdorf verbunden sind. Der bedeutende Agrarwissenschaftler, der 1787 in Schillerslage zur Welt kam, gehört zu den geistigen Wegbereitern der neuzeitlichen Landbauwissenschaft.

Eine besondere Rolle für die Stadt spielte Heinrich Schuster, dessen Amtszeit als Bürgermeister der Stadt (1889 bis 1926) vielfache Spuren hinterlassen hat. Zahlreiche Veränderungen im Stadtbild von Burgdorf gehen auf ihn zurück. Sein unermüdlicher Einsatz hat den Boden für die Entwicklung Burgdorfs von der traditionellen Ackerbürger- zur modernen Kreisstadt bereitet und wirkt bis in unsere Zeit fort. Die heutige Bedeutung Burgdorfs als attraktives Mittelzentrum im Großraum Hannover ist ohne die Leistungen Heinrich Schusters nicht vorstellbar.

Foto 4 - Marktstraße 1900

Marktstraße 1900

Foto 5 -- Marktstraße 1905

Marktstraße 1905

Foto 3

Seit 1850 hat Burgdorf einen eigenen Bahnhof

Foto 2 1898 erstes Auto (1)

1898 fährt das erste Auto durch Burgdorf

Foto 6 - Sailer 1909

Georg Sailer, Direktor der Landwirtschaftlichen Winterschule in Burgdorf, ist 1909 der erste Automobilbesitzer in der Stadt)

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