Mo, 12. Jan. 2026
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Angepinnter Beitrag„Vermisst! — Was geschah mit Agatha Christie?“ am 30. Januar im Theater am Berliner Ring
Das mysteriöse Verschwinden der Krimi-Queen als packendes Musical

Der VVV und die Stadt Burgdorf setzen die Gastspielreihe des Theaters für Niedersachsen (TfN) am Freitag, 30. Januar, um 20.00 Uhr im Theater am Berliner Ring fort. Auf dem Spielplan steht das Krimi-Musical „Vermisst! – Was geschah mit Agatha Christie?“ mit Musik und Liedtexten von Paul Graham Brown sowie einem Textbuch von James Edward Lyons. In der Inszenierung von Jana Lindner sind Marion Wulf, Daniel Wernecke, Annemarie Purkert und Jack Lukas in den Hauptrollen zu sehen. Eine kostenlose Einführung findet um 19.30 Uhr statt. Eintrittskarten sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Str. 2, Tel. 05136 – 1862, und im Online-Portal www.reservix.de erhältlich. Für VVV-Mitglieder und Jugendliche gibt es im Vorverkauf Ermäßigungen.
Wo ist Agatha Christie?
„Geheimnisse sind wie Unkraut – ihre heimtückischen Wurzeln wachsen tief.“ Die Handlung spielt im Jahr 1926 und Großbritannien befindet sich im Aufruhr: Die berühmte Kriminalautorin Agatha Christie ist seit Tagen unauffindbar. Bisher tauchte nur ihr herrenloses Auto in der Nähe eines Sees auf, in dem sich ab und an verzweifelte hochgestellte junge Damen ertränkt haben. Von ihr selbst fehlt jede Spur! War es Selbstmord oder sogar Mord? Oder doch etwas ganz anderes? Die Großfahndung läuft.
Heimliche Ermittlungen
Währenddessen in einem kleinen abgeschiedenen Hotel in Yorkshire: Eine gewisse Clarissa Neale sitzt am Frühstückstisch und belauscht die Gespräche der anderen Hotelgäste, die sich um das mysteriöse Verschwinden drehen. Miss Neale – das ist niemand Geringeres als Agatha Christie selbst. Unter ihrem Decknamen beginnt sie heimlich zu ermitteln: Was waren die Gründe für ihre gescheiterte Ehe? Welche Leichen hat die neue Freundin ihres Mannes Archibald im Keller versteckt? Und welche Geheimnisse trägt eigentlich dieses kleine verschlafene Hotel in sich? Mit Hilfe verschiedener Rückblenden und Fantasien beginnt sie ihren eigenen Fall aufzurollen, der wiederum eine Menge Inspiration für neue Romane mit sich bringt. Musikalisch stimmen klangvolle Klaviermelodien von Tango bis hin zur klassischen Ballade auf die jeweiligen Situationen ein und bereichern diese atmosphärisch.
„Vermisst!“ jongliert mit Wahrheit und Fiktion. So entspringt die Geschichte des Musicals (uraufgeführt am 14. April 2023 im Kleinen Theater am Südwestkorso in Berlin) der wahren Begebenheit von Agatha Christies Verschwinden am 3. Dezember 1926. Elf Tage später tauchte sie in einem Hotel wieder auf, lieferte aber keine schlüssige Erklärung für ihre tagelange Abwesenheit. Das Musical spickt den Abend mit verschiedenen Zitaten und Figuren ihrer Kriminalgeschichten.
Britische Krimi-Queen
1921 veröffentlichte Agatha Christie (1890-1976) ihren ersten Kriminalroman „The Mysterious Affair at Styles“ („Das fehlende Glied in der Kette“) und galt fortan als die unangefochtene britische Krimi-Queen. Mit diesem Debüt legte sie den Grundstein für eine beispiellose literarische Karriere und führte gleichzeitig ihren berühmtesten Charakter, den exzentrischen belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot, in die Welt der Literatur ein. Ihr Erfolg begründete maßgeblich das „Goldene Zeitalter“ des britischen Kriminalromans, in dem sie das Genre durch das klassische „Whodunnit“-Prinzip perfektionierte. Sie verstand es wie kaum eine andere Autorin, den Leser durch geschickte Wendungen und falsche Fährten bis zur Auflösung im Unklaren zu lassen. Dabei spezialisierte sie sich oft auf abgeschlossene Schauplätze wie einsame Landhäuser oder luxuriöse Transportmittel, in denen eine begrenzte Gruppe von Verdächtigen aufeinandertraf. Neben Hercule Poirot schuf sie mit der scharfsinnigen Amateurdetektivin Miss Marple eine weitere Ikone, die das Bild der Kriminalliteratur nachhaltig prägte. Bis heute gilt Agatha Christie als die meistverkaufte Romanautorin der Welt, deren Werke in über hundert Sprachen übersetzt wurden und Generationen von Lesern sowie Autoren beeinflussten.


Fotos: Clemens Heidrich/Theater für Niedersachsen