Mo, 04. Mai. 2026
|
News - BurgdorfERleben
Angepinnter BeitragVerkehrsunfallstatistik 2025: Leichter Anstieg bei stabiler Gesamtlage – neue Entwicklungen bei Risikogruppen und E-Scootern
Burgdorf/Uetze. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizei Burgdorf ist im Jahr 2025 leicht gestiegen. Insgesamt wurden 1.221 Unfälle registriert – ein Plus von 5,3 Prozent gegenüber 2024 (1.159 Unfälle). Damit bewegt sich das Unfallgeschehen weiterhin auf einem stabilen Niveau und entspricht in etwa den Jahren vor der Corona-Pandemie.
Auch bei der getrennten Betrachtung von Burgdorf und Uetze zeigt sich ein ähnliches Bild: leichte Zuwächse bei insgesamt konstantem Niveau.
Zwei Verkehrstote im Jahr 2025
Im Jahr 2025 kamen bei zwei Verkehrsunfällen zwei Menschen ums Leben.
Ein Unfall ereignete sich im Juni in der Gemeinde Uetze, bei dem ein Radfahrer nach einer Kollision mit einem Linienbus später im Krankenhaus verstarb. Im November kam es auf der B188 bei Burgdorf zu einem Frontalzusammenstoß zweier Fahrzeuge, bei dem ein Autofahrer tödlich verletzt wurde.
Die Zahl der tödlichen Unfälle bleibt damit im langjährigen Vergleich stabil.
Mehr Unfälle mit Personenschaden
Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden stieg von 183 auf 190 (+4 %).
- Leichtverletzte:
171 Unfälle mit leichtem Personenschaden (+7 %)
213 leicht verletzte Personen
Besonders in Burgdorf setzt sich ein steigender Trend der vergangenen Jahre fort. - Schwerverletzte:
19 Unfälle (-17 %)
20 schwer verletzte Personen
Hier zeigt sich weiterhin ein positiver rückläufiger Trend.
Die schwer verletzten Personen verteilen sich auf folgende Altersgruppen:
- 1 Kind (0–6 Jahre)
- 2 Jugendliche (15–17 Jahre)
- 1 junger Erwachsener (18–24 Jahre)
- 9 Erwachsene (25–64 Jahre)
- 7 Senioren (65+)
Zu den Hauptunfallursachen zählen weiterhin überhöhte Geschwindigkeit, Fehler beim Abbiegen und Einbiegen, Vorfahrtsverstöße sowie körperliche Mängel, einschließlich Alkohol- und Drogeneinfluss.
Rückgang bei Fußgängerunfällen
Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2024 ist die Zahl der Unfälle mit Fußgängerbeteiligung 2025 um 22 Prozent gesunken. Insgesamt wurden 25 Unfälle registriert (17 in Burgdorf, 8 in Uetze). Damit bewegt sich das Niveau wieder im Bereich der Jahre 2021 bis 2023.
Kinder und Jugendliche häufiger beteiligt
Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Minderjährigen stieg um rund 30 Prozent. Besonders auffällig ist die Gruppe der 6- bis 14-Jährigen mit einem Anstieg von 60 Prozent. In mehr als der Hälfte der Fälle wurden Kinder als Unfallverursacher geführt.
Typische Ursachen sind:
- Kontrollverlust über Fahrrad oder E-Scooter
- Nutzung falscher Fahrbahnteile
- Unachtsames Überqueren der Straße
Auch die Zahl der Schulwegunfälle stieg deutlich von 3 auf 8 Fälle.
Zunahme bei jungen Fahrenden und Senioren
- Junge Erwachsene (18–24 Jahre):
Unfallbeteiligung stieg um 22 % (von 101 auf 124 Fälle) - Seniorinnen und Senioren (65+):
Anstieg um 11 %
In etwa 75 % der Fälle wurden sie als Verursachende geführt
Ein tödlicher Unfall ereignete sich in Uetze-Hänigsen
Rückgang bei Radfahrenden – mehr Pedelecs beteiligt
Die Zahl der Unfälle mit Radfahrenden sank um 5 Prozent, ebenso die Zahl der verletzten Radfahrenden (-6 %).
Gleichzeitig stieg der Anteil von Pedelecs an den Unfällen von 20 auf 25 Prozent.
Bei 54 Prozent der Unfälle mit Personenschaden wurden Radfahrende als Verursacher geführt (Uetze: 65 %, Burgdorf: 49 %).
Deutlicher Anstieg bei E-Scooter-Unfällen
Ein klarer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung bei E-Scootern:
- 2024: 9 Unfälle
- 2025: 21 Unfälle (+133 %)
81 Prozent dieser Unfälle führten zu Personenschäden, allerdings ausschließlich zu leichten Verletzungen.
In rund 75 Prozent der Fälle wurden die E-Scooter-Fahrenden als Verursacher geführt.
Häufige Ursachen:
- Fahren auf Gehwegen oder falschen Fahrbahnen
- Fehlverhalten junger Nutzer (Durchschnittsalter: 19 Jahre)
Weniger Alkoholunfälle, mehr Drogenfälle
- Alkoholeinfluss: 18 Unfälle (-22 %)
- Drogeneinfluss: 4 Unfälle (+100 %), meist unter THC-Einfluss
Mehr Unfallfluchten
Die Zahl der Unfallfluchten stieg um 6,6 Prozent auf 306 Fälle.
Die Aufklärungsquote sank leicht auf 39,2 Prozent.
Intensivierte Verkehrsüberwachung
Die Polizei hat ihre Verkehrsüberwachung weiter verstärkt:
- Geschwindigkeitsverstöße: +124 % geahndet
- Verstöße im Radverkehr: +14 %
- Ablenkungsverstöße (z. B. Handy): -2,5 %
- Alkohol- und Drogenverstöße ohne Unfall: deutlich rückläufig
Polizei setzt 2026 klare Schwerpunkte
Polizeioberrat Björn Korth betont:
„Die Bekämpfung der Hauptunfallursachen bleibt ein zentraler Schwerpunkt. Besonders die Entwicklung bei E-Scootern betrachten wir kritisch. Hier werden wir verstärkt kontrollieren und präventiv tätig werden.“
Zugleich hebt er hervor, dass der Rückgang bei Radfahrunfällen eine positive Entwicklung darstellt, die weiter stabilisiert werden soll.
Grundlage aller Maßnahmen bleibt der § 1 der Straßenverkehrsordnung: gegenseitige Rücksichtnahme und ständige Vorsicht im Straßenverkehr.