Fr, 16. Okt. 2026
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Angepinnter BeitragTheatergruppe BretterWelt zeigt am 12. Dezember die Komödie „Faustspiel“ im StadtHaus Burgdorf
Wenn Goethe auf Theaterwahnsinn trifft

Ein Regisseur mit großen künstlerischen Visionen, eine Kulturreferentin mit ganz eigenen Vorstellungen von gutem Theater und eine Theaterproduktion, bei der irgendwann niemand mehr weiß, was eigentlich noch zum Stück gehört: Mit „Faustspiel“ von Matthias Hahn bringt das Uetzer Amateurtheater BretterWelt am Samstag, 12. Dezember 2026, eine ebenso turbulente wie augenzwinkernde Komödie auf die Bühne des StadtHauses Burgdorf (Sorgenser Str. 31). Die Regie liegt in den Händen von Thomas Stolze. Für die technische Umsetzung sorgen Niklas und Sebastian Molle.
Beginn der Aufführung ist um 17.00 Uhr. Der Eintritt beträgt 15 Euro für Erwachsene und 10 Euro für ermäßigte Karten (Schüler und Studenten). Karten können zudem per E-Mail unter info.bretterwelt@gmail.com reserviert werden. Der Vorverkauf erfolgt bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, 31303 Burgdorf. Weitere Informationen sind unter www.bretterwelt.de erhältlich.
Humorvoller Blick hinter die Theaterkulissen
Goethes „Faust“ ist dabei zwar Namensgeber und Ausgangspunkt – im Mittelpunkt steht jedoch nicht die klassische Geschichte von Faust und Mephisto. Hahn nutzt den berühmten Stoff vielmehr, um einen humorvollen Blick auf die Welt hinter den Kulissen zu werfen. Sein „Faustspiel“ nimmt den Theaterbetrieb, künstlerische Eitelkeiten, unterschiedliche Vorstellungen von Regie und Kulturpolitik sowie die manchmal erstaunlichen Auswüchse des modernen Regietheaters aufs Korn.
Ein Regisseur eckt an
Im Zentrum der Handlung steht Karl Zipfelmayer, genannt „Z“, ein Regisseur mit einem ausgeprägten Selbstverständnis als Künstler. Er möchte Goethes Klassiker auf seine eigene, moderne Weise auf die Bühne bringen. Damit stößt er allerdings nicht überall auf Begeisterung. Die konservative Kulturreferentin hat andere Vorstellungen davon, wie ein „richtiger“ Faust auszusehen hat.
Was zunächst wie ein gewöhnlicher Konflikt zwischen Kunst und Kulturpolitik wirkt, nimmt schnell deutlich chaotischere Züge an. Eine Nervenklinik, eigenwillige Figuren und mysteriöse Vorgänge sorgen dafür, dass sich die Grenzen zwischen Theaterstück und Wirklichkeit zunehmend auflösen. Und während die Beteiligten versuchen, irgendwie den Überblick zu behalten, stellt sich die Frage: Wer spielt hier eigentlich wen?
Gerade diese Mischung macht den Reiz von Matthias Hahns Stück aus. „Faustspiel“ ist eine Komödie über das Theater – und gleichzeitig eine liebevolle Abrechnung mit seinen ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten. Wer selbst schon einmal auf, vor oder hinter einer Bühne gestanden hat, dürfte manche Situation nur allzu bekannt vorkommen.
Ein Ensemble mit viel Spielfreude
Für die neue Produktion schickt die BretterWelt ein zehnköpfiges Ensemble ins Rennen. André Meyer übernimmt die Rolle des Regisseurs Karl Zipfelmayer, Felix Finger spielt Dr. Hubschnitt. Nicola Heinke ist als Leni zu sehen, Birgit Rode als Barbara und Dr. Birgita Habermann als Mary. Justin van Wanrooij spielt Paul.
Fabian Gelin übernimmt die Rolle des Dr. Stork. Simon Boeck und Elena Korni treten als „ein Freund“ auf, während Ulrike Bunse als Frau Fink die Theaterkritikerin gibt. Sebastian Molle vervollständigt das Ensemble als Techniker.
BretterWelt verbindet Generationen
Dass bei BretterWelt Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, gehört seit jeher zum Selbstverständnis des Ensembles. Die Gruppe reicht altersmäßig von unter 20 bis über 70 Jahren und vereint unterschiedliche Erfahrungen rund um die Bühne. Genau diese Mischung macht für BretterWelt einen Teil des besonderen Reizes des Amateurtheaters aus.
Gepflegtes Bühnenchaos
Mit „Faustspiel“ setzt das Ensemble seine Tradition fort, anspruchsvolle Stoffe mit viel Spielfreude auf die Bühne zu bringen. Dabei darf es diesmal ausdrücklich etwas verrückter zugehen: Wer einen Abend zwischen großer Theaterkunst, hintergründigem Humor und gepflegtem Bühnenchaos erleben möchte, dürfte bei „Faustspiel“ genau richtig sein.
Und vielleicht beantwortet sich am Ende sogar die große Frage, was Goethe mit dem Ganzen zu tun hat. Sicher ist nur: Im Theater ist nichts so, wie es scheint.