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Matthias Deicke hat den kleinen Stahlschrank reparieren lassen und ihn an die Bürgerstiftung Otze übergeben.

Do, 17. Sep. 2026

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Sonstige News

Ortsgeschichte auf dem Flohmarkt: An einem Trödel-Stand am Hohen Ufer in Hannover ist ein alter Stahlschrank aus Otze wieder aufgetaucht

Ein Stück Ortsgeschichte ist nach mehr als vier Jahrzehnten wieder in Otze angekommen: Es handelt sich um einen kleinen Stahlschrank mit der Aufschrift „Standesamt zu Otze“. Das ist ein Fingerzeig, dass er aus der Zeit vor der Gebietsreform 1974 stammen muss, als das Dorf noch eine selbstständige Gemeinde war und über ein eigenes Standesamt verfügte. Anhand des Emblems des Herstellers Bode-Panzer lässt sich seine Entstehungszeit sogar auf die Jahre zwischen 1900 und 1924 datieren.

Der Otzer Bürgermeister hatte damals zwei solcher Schränke: Der größere beherbergte wichtige Gemeindeunterlagen. In dem kleineren, der jetzt wieder aufgetaucht ist, wurden Dokumente des Standesamtes aufbewahrt. Mit der Gebietsreform 1974 verloren sie zwar ihre ursprüngliche Funktion, blieben jedoch zunächst in der neu geschaffenen Verwaltungsnebenstelle der Stadt Burgdorf.

Ab etwa 1980 verlor sich ihre Spur. Möglicherweise wurden die Schränke bei Renovierungsarbeiten beiseitegestellt oder beim Transport in ein zentrales Lager vergessen. Erst Jahrzehnte später tauchte vor gut einem Jahr zumindest der kleinere wieder auf: Am 3. Mai 2025 entdeckte Britta Waase aus der in Otze tief verwurzelten Großfamilie Deicke das Stück auf dem Flohmarkt am Hohen Ufer in Hannover.

Sie nahm Kontakt zu ihrem Cousin Matthias Deicke auf. Dessen Großvater war in den ersten Nachkriegsjahren vermutlich kurzzeitig Ortsvorsteher in Otze – vielleicht hatte auch er den Schrank einst genutzt. Gemeinsam entschieden sie, den Schrank zu kaufen. Zunächst waren jedoch Schlosserarbeiten nötig: Denn die Tür war verschlossen, ein Schlüssel nicht mehr vorhanden. Nach der Instandsetzung übergab die Familie den Schrank an die Bürgerstiftung Otze – gegen eine jährliche Abgabe von „Puffergutscheinen“ beim Kartoffelmarkt. Nun ist er nicht nur nach Otze zurückgekehrt, sondern dient auch wieder seiner ursprünglichen Bestimmung. Er steht im historischen Fachwerkhaus „Seims Backs“ am Speicher, das vom Burgdorfer Standesamt als Trauzimmer genutzt wird. Und seit dem Sommer ist er wieder bei Eheschließungen offiziell in Gebrauch.

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