Do, 09. Jul. 2026
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Konzert in der Elbphilharmonie: Der Burgdorfer Kammerchor „Canticum Novum“ tritt bei einem Aktionstag in Hamburg auf
Unter dem Motto „Die Elbphilharmonie singt“ haben Mitte Juni 16 Chöre aus Norddeutschland das Hamburger Konzerthaus auf besondere Weise zum Klingen gebracht – mit einer bunten Mischung aus Gospel, Jazz, Popsongs, historischen Stücken und Seemannsliedern. Mit dabei war auch der Kammerchor „Canticum Novum“ aus dem Kirchenkreis Burgdorf. Neben Konzerten luden spontane Workshops zu Improvisationen, Stimmexperimenten und Body Percussion ein.
Chorleiter Martin Burzeya-Wille war durch einen Hinweis bei Instagram auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. „Wir haben uns dann mit einem Video einer Probe im Ratzeburger Dom beworben“, sagt er. Die positive Atmosphäre innerhalb des Ensembles sei auf den Aufnahmen deutlich spürbar gewesen. Das überzeugte auch die Jury: Aus insgesamt 99 Bewerbungen wurde Canticum Novum für das Festival ausgewählt.
In der Elbphilharmonie präsentierte der Burgdorfer Chor ein abwechslungsreiches Programm. Ein besonderer Moment des Auftritts war die Interpretation von „Verleih uns Frieden“. Die Sängerinnen und Sänger verließen dabei die Bühne und verteilten sich im Raum. Flüsternd, summend und improvisierend bewegten sie sich zwischen den Zuhörenden. „Die ungewöhnliche Aufführung erzeugte eine intensive Atmosphäre und bezog das Publikum unmittelbar in das musikalische Geschehen ein“, berichtet Chorleiter Martin Burzeya-Wille und ergänzt: „Das ist immer ein Highlight.“ Außerdem sangen die Burgdorfer „Northern Lights“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo und weitere Stücke.
Die Chormitglieder haben den Tag aber nicht nur musikalisch genossen. Für Tenor Michael Schimanski schloss sich mit dem Konzert ein persönlicher Kreis. „Ich bin in Hamburg geboren und habe da 20 Jahre lang gelebt“, erzählte er. Den Bau der Elbphilharmonie habe er nach seinem Wegzug aus der Ferne verfolgt. Besonders bewegt habe ihn, dass sein Vater als Klassikliebhaber zum Konzert gekommen sei. Seine inzwischen verstorbene Mutter wäre ebenfalls stolz gewesen, sagte Schimanski. Deshalb sei der Auftritt in der Elbphilharmonie für ihn etwas ganz Besonderes gewesen.
Auch Chorsänger Burkhard Koenig zeigte sich begeistert. „Es war für mich eine geniale Möglichkeit, die Elbphilharmonie nicht nur von innen zu sehen, sondern auch die Akustik selbst auszuprobieren“, sagte er. Vorher hatte er das Konzerthaus noch nie besucht.
Der Kammerchor Canticum Novum wurde 2010 von Kirchenkreiskantor Martin Burzeya-Wille gegründet. Das Ensemble besteht aus erfahrenen Sängerinnen und Sängern mit umfangreicher Chorerfahrung oder musikalischer Ausbildung. Die Besetzung orientiert sich am skandinavischen Kammerchor-Ideal einer gleichstarken Verteilung aller Stimmen.
Das Repertoire umfasst überwiegend geistliche A-cappella-Musik aus verschiedenen Epochen.