Do, 18. Dez. 2025
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Sonstige News
Kirchenkreis spart bei Gebäuden
Die Synode des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Burgdorf hat Anfang Dezember einen weitreichenden Beschluss gefasst: Der Gebäudebedarfsplan sieht für die kommenden Jahre massive Kürzungen vor. Die Kosten für den Bestand von Kirchen, Gemeindehäusern, Pfarrhäusern und anderen Gebäuden sollen halbiert werden. Nach kurzer Debatte wurde der Plan einstimmig verabschiedet. Damit reagiert der Kirchenkreis auf den Rückgang von Mitgliedern und finanziellen Ressourcen.
Die Finanzierungslücken, die dadurch entstehen, müssen die Kirchengemeinden aus ihren eigenen Mitteln schließen. Laut aktueller Prognose wird es im Kirchenkreis Burgdorf voraussichtlich trotzdem nicht zum Verkauf von Kirchen kommen. Stattdessen sollen räumliche Kapazitäten eher von den Gemeindehäusern in die Kirchen verlagert werden.
In der Region Burgdorf werden das Paulus-Kirchenzentrum sowie die Martin-Luther-Kirche ab 2026 nur noch zur Hälfte vom Kirchenkreis finanziert. Volle Zuweisungen hingegen sind für die St.-Pankratius-Kirche sowie die Kapellen in Ramlingen und Otze vorgesehen.
Auch in der Kirchengemeinde An Aue und Fuhse wird differenziert: Während die Kirchen in Uetze und Hänigsen weiterhin vollständig finanziert werden, gibt es für Schwüblingsen 80 Prozent, für Obershagen und Dollbergen 50 Prozent Zuweisung. Die Kirche in Katensen erhält hingegen keine Mittel mehr aus dem Kirchenkreisetat.
Erhebliche Einschnitte sind auch bei den Gemeindehäusern zu erwarten. Die Kirchengemeinde An Aue und Fuhse erhält für die Gemeindehäuser in Hänigsen und Dollbergen nur noch jeweils 50 Prozent Zuweisung, für das Gemeindehaus KiZ gar keine Mittel mehr. Alle benötigten Pfarrhäuser werden vollständig finanziert, nicht mehr gebrauchte Pfarrhäuser erhalten hingegen keine Zuweisungen mehr.
Auch wenn letztlich alle ihre Zustimmung gaben, äußerten die Mitglieder der Synode auch Bedenken. „Wir stehen vor der Frage, wo wir das ganze Geld auftreiben“, brachte Pastorin Sophie Anca von der Gesamtkirchengemeinde Lehrte den wachsenden Druck auf die Kirchengemeinden auf den Punkt.
Pastor Valentin Winnen von der Burgdorfer St.-Pankratius-Kirchengemeinde mahnte indes ein inhaltliches Gesamtkonzept an. „Wie wollen wir eigentlich Kirche sein?„, fragte er. Der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenkreisvorstandes Axel Brümmer kündigte daraufhin an, dass die Kirchengemeinden Anfang des kommenden Jahres gebeten werden, ihre inhaltlichen Schwerpunkte zu benennen. Diese könnten künftig stärker in die Vergabe der Mittel einfließen als bisher. Dahinter steht die Einsicht, dass in Zukunft nicht mehr alle Angebote an jedem Ort vorgehalten werden können.